KI-Förderungen für KMU in Österreich 2026
Stand 24.08.2026 nehmen von den sieben hier verglichenen Förderprogrammen für KI- und Digitalisierungsprojekte nur zwei Anträge an: der FFG Innovationsscheck (bis 10.000 €, Förderquote max. 80 %) und die Förderung Digitalisierung der Wirtschaftsagentur Wien (bis 50.000 €, 50 %). Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist ausgeschöpft, alle drei Module der aws AI Mission Austria sind geschlossen.
Stand der Daten: 24.08.2026. Seite aktualisiert: 07.09.2026. Alle Sätze, Beträge, Fristen und Status stammen von den offiziellen Programmseiten (Abruf 24.08.2026) und sind in der Tabelle verlinkt. Fördertöpfe können vorzeitig ausgeschöpft sein — bitte vor der Antragstellung die verlinkte Quelle prüfen. Änderungen dokumentiert das Änderungslog am Seitenende.
| Programm | Träger | Fördersatz | Maximalbetrag | Mindestprojektgröße | Zielgruppe | Frist/Laufzeit | Status | Beraterpflicht | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| KMU.DIGITAL – Beratung | BMWET + WKÖ (aws Fördermanager) | Status- und Potenzialanalyse 80 % (max. 400 € je Tool); Strategieberatung 50 % (max. 1.000 € je Tool) | 3.000 € je Unternehmen | nicht ausgewiesen | KMU (EU-Definition) mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich; ausgeschlossen u. a. Land- und Forstwirtschaft, rein digitale Geschäftsmodelle, Vereine | bis 31.12.2026 | Budget 4.0 ausgeschöpft, derzeit keine Antragstellung (kmudigital.at, 24.08.2026) | ja (programm-zertifizierte, registrierte Berater:innen) | kmudigital.at |
| KMU.DIGITAL – Umsetzung | BMWET + WKÖ / aws | 30 % der aktivierten Investitionen und Leistungen | nicht ausgewiesen (rechnerisch 30 % von max. 30.000 € Projektkosten) | 2.000 € netto (max. 30.000 €) | KMU in Österreich; vorherige KMU.DIGITAL-Beratung Pflicht | bis 31.12.2026 | Budget ausgeschöpft laut kmudigital.at; aws nennt eine neue Umsetzungsphase ab 07.05.2026 — Widerspruch am 24.08.2026 nicht auflösbar | ja (vorgelagerte zertifizierte Beratung; Umsetzung durch externe Anbieter) | kmudigital.at |
| FFG Innovationsscheck mit Selbstbehalt 2026 | FFG | max. 80 % | 10.000 € | 12.500 € Projektkosten für die volle Förderung, darunter aliquot | KMU und wirtschaftliche Vereine mit Betriebsstätte in Österreich, 0–250 Mitarbeitende, Umsatz ≤ 50 Mio. €; De-minimis ≤ 300.000 € in 3 Jahren | laufend, jederzeit einreichbar (Leitfaden v5.2 seit 01.10.2025) | offen | nein (aber Pflicht-Kooperation mit einer Forschungseinrichtung: Universität, FH oder außeruniversitär) | ffg.at |
| aws AI Mission Austria – Modul AI-Start (Green) | aws | nicht ausgewiesen | 15.000 € (erstmalige KI-Implementierung) | nicht ausgewiesen | Unternehmen aller Größen; Kooperationspartner:in nötig | letzter Call 01.10.–30.11.2024 | geschlossen („Derzeit ist kein Call offen"); nächster Call wird über den aws-Newsletter angekündigt | nicht ausgewiesen | aws.at |
| aws AI Mission Austria – Modul AI-Adoption (Green) | aws | nicht ausgewiesen | 150.000 € je Unternehmen (vertrauenswürdige KI) | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | geschlossen seit 28.02.2025 | geschlossen | nicht ausgewiesen | aws.at |
| aws AI Mission Austria – Modul AI Wissen (KI-Beratung) | aws | nicht ausgewiesen | 20.000 €, max. 20 Beratungsstunden | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | geschlossen („Es ist keine Antragstellung mehr möglich") | nicht ausgewiesen | aws.at |
| Wirtschaftsagentur Wien – Förderung Digitalisierung | Wirtschaftsagentur Wien | 50 % | 50.000 € je Projekt | 10.000 € | bestehende KMU (mind. 1 Jahr) mit Sitz in Wien, alle Branchen; De-minimis; Projektdauer max. 2 Jahre | Programm 01.01.2024–31.12.2026; Einreichstichtage 30.09.2026 und 31.12.2026 | offen | nein (externe Beratungskosten förderbar) | wirtschaftsagentur.at |
Nicht in der Tabelle: das FFG-Basisprogramm (Forschungsförderung, siehe unten), weil es nicht Teil der Erhebung vom 24.08.2026 war, und der Kreativ-Wettbewerb der Wirtschaftsagentur Wien für XR, KI, Blockchain und Animation (bis zu 5 × 10.000 €, Einreichfrist 20.05.–08.09.2026), weil die Frist mit dieser Fassung abläuft. „nicht ausgewiesen" bedeutet: Die offizielle Quelle nennt am Stichtag keinen Wert.
Wie hoch ist der Fördersatz bei KMU.DIGITAL?
80 % bei der Status- und Potenzialanalyse (max. 400 € je Tool) und 50 % bei der Strategieberatung (max. 1.000 € je Tool), gedeckelt mit 3.000 € je Unternehmen; die Umsetzungsförderung ersetzt 30 % der aktivierten Investitionen und Leistungen bei Projektkosten zwischen 2.000 € netto und 30.000 €. KMU.DIGITAL ist eine Kooperation des Wirtschaftsministeriums (BMWET) und der Wirtschaftskammer und besteht aus zwei Bausteinen: einer Beratungsförderung (Status- und Potenzialanalyse, Strategieberatung) und einer darauf aufbauenden Umsetzungsförderung, die eine vorherige geförderte Beratung voraussetzt. Die Förderschwerpunkte sind Digitalisierung, E-Commerce, IT- und Cybersecurity, digitale Verwaltung und grüne Transformation; KI wird nicht namentlich genannt, KI-Projekte laufen unter diesen Schwerpunkten mit.
Gibt es 2026 noch Budget bei KMU.DIGITAL?
Nein, laut Programmseite nicht: „Das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ist vollständig ausgeschöpft" (kmudigital.at, Abruf 24.08.2026), obwohl die Richtlinie formal bis 31.12.2026 gilt. Für die Periode 2024–2026 waren insgesamt rund 35 Mio. Euro vorgesehen. Ein Widerspruch bleibt offen: Ein aws-Pressetext nennt eine neue Umsetzungsphase ab 07.05.2026; ob darüber wieder Anträge möglich sind, war am Stichtag nicht klärbar. Wer eine KMU.DIGITAL-Förderung plant, prüft deshalb den Live-Status direkt auf kmudigital.at, bevor Zeit in einen Antrag fließt.
Welche Förderung gibt es für KI-Projekte mit Entwicklungsanteil?
Den FFG Innovationsscheck mit Selbstbehalt: bis zu 10.000 € bei einer Förderquote von max. 80 %, jederzeit einreichbar mit laufender Begutachtung; die volle Förderung setzt Projektkosten von 12.500 € voraus, darunter wird aliquot gekürzt. Voraussetzung ist keine zertifizierte Beratung, sondern die Kooperation mit einer Forschungseinrichtung (Universität, Fachhochschule oder außeruniversitäres Institut), die Sie über die Forscher:innen-Datenbank der FFG finden. Der Scheck ist technologieoffen: KI-Vorhaben sind förderfähig, ohne namentlich genannt zu werden.
Für größere Vorhaben mit echtem Entwicklungs- oder Innovationsanteil — etwa ein eigenes KI-Modell, die Anpassung bestehender Systeme oder eine neuartige Integration — ist das FFG-Basisprogramm die Adresse: 35–50 % für KMU (bis zu 70 % für junge Unternehmen in der Gründungsphase), bis zu 3 Mio. Euro pro Projekt, Einreichung laufend über das gesamte Jahr 2026. Das Basisprogramm war nicht Teil der Erhebung vom 24.08.2026 und steht deshalb nicht in der Tabelle; die Werte stammen von der Ausschreibungsseite der FFG (Stand Juni 2026).
Sind die aws-Calls für KI offen?
Nein — alle drei Module der aws AI Mission Austria waren am 24.08.2026 geschlossen: AI-Start (bis 15.000 € für die erstmalige KI-Implementierung, letzter Call 01.10.–30.11.2024), AI-Adoption (bis 150.000 € je Unternehmen für vertrauenswürdige KI, geschlossen seit 28.02.2025) und AI Wissen (bis 20.000 € bzw. max. 20 Beratungsstunden, „keine Antragstellung mehr möglich"). Die Initiative ist mit 20 Mio. Euro aus dem Fonds Zukunft Österreich dotiert und bündelt seit 2025/2026 die nationale KI-Förderung der Agenturen aws, FFG und FWF unter einem Dach; der nächste Call wird über den aws-Newsletter angekündigt. Die Austria Wirtschaftsservice (aws) ist die Förderbank des Bundes und unterstützt mit Zuschüssen, Garantien und Eigenkapital — mit Schwerpunkt auf Digitalisierung, Skalierung und „vertrauenswürdiger" KI; sie wickelt außerdem die KMU.DIGITAL-Umsetzungsförderung ab.
Welche regionalen Förderungen gibt es, zum Beispiel in Wien?
Die Wirtschaftsagentur Wien fördert Digitalisierungsvorhaben mit 50 % der Kosten, maximal 50.000 € je Projekt, bei einer Mindestprojektgröße von 10.000 €; die nächsten Einreichstichtage sind der 30.09.2026 und der 31.12.2026, das Programm läuft bis 31.12.2026. Antragsberechtigt sind bestehende KMU aller Branchen mit Sitz in Wien, die seit mindestens einem Jahr bestehen; die Projektdauer ist auf zwei Jahre begrenzt, es gilt De-minimis. Externe Beratungs- und Schulungskosten sind förderbar, eine Beraterpflicht besteht nicht. Je nach Programm können auch Maßnahmen rund um AI-Act-Compliance förderfähig sein. Für die anderen Bundesländer fanden sich am Stichtag keine eigenen KI-Beratungszuschüsse mit offiziell ausgewiesenen Beträgen; die Wirtschaftskammern in Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten verweisen überwiegend auf KMU.DIGITAL.
Brauche ich einen zertifizierten Berater?
Bei KMU.DIGITAL ja: Die Beratungsförderung gibt es nur über programm-zertifizierte, auf kmudigital.at registrierte Berater:innen, und die Umsetzungsförderung setzt eine solche Beratung voraus. Beim FFG Innovationsscheck nein — dort ist statt eines Beraters eine Forschungseinrichtung als Kooperationspartner Pflicht. Bei der Wiener Förderung Digitalisierung nein; externe Beratungskosten sind aber förderbar. Für die aws-Module ist am Stichtag keine Beraterpflicht ausgewiesen. Unabhängig von der Pflicht hilft eine unabhängige Prozessanalyse und KI-Roadmap vor dem Förderantrag, den Use-Case so zu schneiden, dass er in die Förderschwerpunkte passt und die Kostenaufstellung belastbar ist.
Welche Projekte sind förderfähig?
Digitalisierungsprojekte im weiten Sinn: KMU.DIGITAL nennt Digitalisierung, E-Commerce, IT- und Cybersecurity, digitale Verwaltung und grüne Transformation (ausgeschlossen sind u. a. Land- und Forstwirtschaft, rein digitale Geschäftsmodelle und Vereine); die Wiener Förderung Digitalisierung deckt allgemeine Digitalisierungsvorhaben inklusive externer Beratung und Schulung ab; der FFG Innovationsscheck ist technologieoffen. Keines der offenen bzw. formal laufenden Programme nennt KI namentlich — KI-Projekte laufen als Digitalisierungsprojekt mit. Explizit auf KI ausgerichtet sind nur die derzeit geschlossenen aws-Module. Grundsätzlich lassen sich die Programme drei Stoßrichtungen zuordnen: geförderte Beratung (Strategie und Potenzialanalyse), geförderte Umsetzung (konkrete Digitalisierungs- und KI-Projekte) und Forschungsförderung (Entwicklung neuer Lösungen). Ein typisches Umsetzungsprojekt ist die Automatisierung wiederkehrender Geschäftsabläufe mit KI.
Kann ich mehrere Förderungen kombinieren?
Teilweise ja: Bundes-, Landes- und EU-Mittel lassen sich ergänzen, und bei KMU.DIGITAL ist die Kombination sogar angelegt — erst geförderte Beratung, dann gefördertes Umsetzungsprojekt. Die Grenze setzt die De-minimis-Regel: Der FFG Innovationsscheck und die Wiener Förderung werden als De-minimis-Beihilfe vergeben, für die je Unternehmen maximal 300.000 € innerhalb von drei Jahren zulässig sind. Worauf Sie bei jeder Kombination achten sollten:
- Beratung zuerst: Bei KMU.DIGITAL ist die Umsetzungsförderung an eine vorherige Beratung gekoppelt.
- Vor Projektstart einreichen: Geförderte Projekte dürfen in der Regel erst nach Antragstellung bzw. Förderzusage begonnen werden.
- Budgets und Fristen prüfen: Fördertöpfe sind kontingentiert und können vorzeitig ausgeschöpft sein — KMU.DIGITAL 4.0 ist das aktuelle Beispiel.
- Programme kombinieren: Bundes-, Landes- und EU-Mittel lassen sich teils ergänzen — eine kurze Förderberatung lohnt sich fast immer.
Wie läuft der Antrag bei KMU.DIGITAL ab?
Der Antrag läuft über den aws Fördermanager und setzt eine registrierte Beraterin oder einen registrierten Berater voraus; derzeit ist wegen des ausgeschöpften Budgets keine Antragstellung möglich (Stand 24.08.2026). Die verbindlichen Schritte, Nachweise und Fristen beschreibt die offizielle FAQ zur Beratungsförderung. Einen ausführlichen Leitfaden zum Antragsablauf — von der Beraterwahl bis zur Abrechnung — veröffentlichen wir als eigenen Artikel; diese Seite bleibt die programmübergreifende Übersicht mit Zahlen, Fristen und Status.
Erste Schritte zur Förderung
Wer eine Förderung nutzen möchte, beginnt am besten mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme: Welches Problem soll KI lösen, und welcher Use-Case bringt den schnellsten Nutzen? Auf dieser Basis lässt sich das passende Programm auswählen — von der geförderten Beratung bis zum Umsetzungsprojekt. Da Antragstellung, Fristen und Nachweispflichten je nach Programm unterschiedlich sind, lohnt sich vorab ein Blick in die jeweilige Richtlinie oder ein kurzes Gespräch mit einer Förderstelle. Den höchsten Hebel hat meist die Kombination: erst eine geförderte Beratung, dann ein gefördertes Umsetzungsprojekt.
Änderungslog
- 07.09.2026 | Umbau zur Referenzseite: Programmtabelle mit Fördersätzen, Maximalbeträgen, Mindestprojektgrößen, Fristen, Status und Beraterpflicht (Datenstand 24.08.2026), Antwortkapsel am Seitenanfang, Abschnitte als Nutzerfragen, Status „Budget KMU.DIGITAL 4.0 ausgeschöpft" aufgenommen, FFG Innovationsscheck und die drei aws-AI-Mission-Module ergänzt, Quellen erweitert, Änderungslog eingeführt.
- 10.06.2026 | Erstveröffentlichung als Überblicksartikel (Stand Juni 2026).
Quellen
- KMU.DIGITAL — offizielle Programmseite (kmudigital.at)
- KMU.DIGITAL — FAQ Beratungsförderung (Abruf 24.08.2026)
- KMU.DIGITAL — FAQ Umsetzungsförderung (Abruf 24.08.2026)
- aws — KMU-Digitalisierungsförderung (Richtlinie)
- FFG — Innovationsscheck mit Selbstbehalt 2026 (Abruf 24.08.2026)
- FFG — Basisprogramm 2026
- aws — AI Mission Austria, Modul AI-Start (Abruf 24.08.2026)
- aws — AI Mission Austria, Modul AI-Adoption (Abruf 24.08.2026)
- aws — AI Mission Austria, Modul AI Wissen (Abruf 24.08.2026)
- Wirtschaftsagentur Wien — Förderung Digitalisierung (Abruf 24.08.2026)
- BMWET — KMU.DIGITAL